Alles Pech oder was

Die EURO ist f√ľr die Schweiz bereits vorbei. Okay, es gibt noch das Spiel gegen Portugal – und es geht nicht mal um den silbernen Ehren-Pin.

Warum also ist die Schweiz gescheitert? Pech? Wenn man es aus der Ferne betrachtet, vielleicht. Die Hospitalisierung von Alice Kuhn, die Verletzung von Alex Frei, der nicht gegebene Handspenalty, der Lattenschuss von Johan Vonlanthen gegen Tschechien, der letztlich t√∂dliche abgelenkte Schuss von Arda. Gewiss Ungemach. Doch gibt es eben auch ganz andere Gr√ľnde.

Wohl war die Verletzung von Frei h√∂chst ung√ľnstig; doch sie h√§tte das Team auch zusammenschweissen k√∂nnen. Die Ausf√§lle von Blaise Nkufo und Fabio Coltorti spielten keine Rolle. Viel mehr scheinen den Schweizern in den entscheidenden Momenten die Nerven oder halt eben auch die Klasse zu fehlen. Angefangen beim Coach, ggendet beim medizinischen Personal. Kuhn, der durch die Erkrankung seiner Frau sicherlich abgelenkt war, machte nichtzum ersten Mal in wichtigen Momenten entscheidende Fehler. Im ersten Spiel sollte Vonlanthen an Stelle Barnettas, der offensichtlich noch nicht ganz fit war, spielen. Vonlanthen war oder ist in vorz√ľglicher Form. Gegen Tschechien Lichtsteiner und Behrami – zwei der absolut besten im Team – auszuwechseln, war grobfahrl√§ssig.

Die Aufstellung gegen die T√ľrkei war so vertretbar. Auch wenn man die Option Barnetta auf Yakins Position und Vonlanthen im linken Mittelfeld zumindest als valabale Alternative gehabt h√§tte. Doch gerade Yakin, der angeblich so fit und motiviert wie noch nie war, wurde statt zum Helden zum Versager. Gegen Tschechien vergab er eine 99-prozentige Chance, gegen die T√ľrkei gleich zwei von √§hnlichem Kaliber. Sein Tor h√§tte jeder F-Junior markiert. Allerdings w√§re nicht jeder F-Junior an der richtigen STelle gestanden, das sei fairerweise auch angemerkt.

Nur Pech ist es eben auch deswegen nicht, weil uns in der Breite die internationale Klasse fehlt. Und wir uns Aussetzer von unentschuldbarem Mass erlauben. Fehler, wie sie gegen Tschechien und T√ľrkei (Hallo Deckungsarbeit, Herr Magnin) passierten, werden eiskalt bestraft. Selber nutzen wir √§hnliche Vers√§umnisse des Gegners nicht oder zumindest zu wenig aus. Und dann scheidet man halt eben mit wehenden Fahnen aus. Fussball ist nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Nach den Resultaten vom Mittwoch sind wir sicher Gruppenletzter, Portugal Gruppensieger. Damit bleibt uns nicht einmal das Vergn√ľgen, Cristano Ronaldo oder Deco in Action zu sehen gegen die Schweiz. Luiz Felipe Scolari wird in bekannter Tradition ein B-Team aufs Feld schicken. Quaresma oder Nani oder Miguel Veloso geh√∂ren diesem an – nicht Benjamin Huggel oder Ricardo Cabanas oder St√©phane Grichting...

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