Kurzzuschauer

15 Minuten darf man dem Training der Schweizer Nationalmannschaft jeweils zuschauen. Das reicht gerade für ein paar Eindrücke vom Einlaufen und "Böllele". Danach ist Schluss. Der Sicherheitschef (Markenzeichen: tief gezogene SChirmmütze wie ein ganz hoher Offizier und ebensolcher Stechschritt) weist alle Zuschauer und Zaungäste mit Hilfe der Securitas wieder aus dem Stadion.

Das gilt sogar für ehemalige Grössen wie Kubilay Türkyilmaz oder Raimondo Ponte, die sich auch an den Kurzeindrücken erlabten. Der Blick-Fotograf hatte sich erfrecht, von hinter dem Tor Bilder zu schiessen. Dies wiederum rief den Sicherheitschef und zuerst zwei Securitas auf den Plan. Die Gefahr schien dann aber doch nicht ganz so gross, und es stand ihm dann nur noch ein Securitas bei. Das war das eigentliche Highlight des Abendtrainings. Das Morgentraining war gestrichen worden, schliesslich hatte man jetzt ja auch zwei Tage hart trainiert – und vor allem zwei Verletzte zu beklagen.

Apropos: Steve von Bergen ist also bereits abgereist. Mehrfacher Mittelhandknochenbruch, das lässt keine EM-Einsätze zu. Tranquillo Barnetta feiert seinen 23. Geburtstag humpelnd. Bereits zum Zmittag gab es zur Feier des Tages Kuchen, und die Teamkollegen sangen das obligate "Happy Birthday". Wobei aus gut unterrichteten Quellen zu vernehmen war, dass "singen" villeicht nicht das korrekte Wort für den Vortrag sei...

Dann wäre da noch die Akte Müller, die wohl morgen endgültig geschlossen werden muss. Lyon will nicht, Müller traut sich nicht, und der Verband kann nicht. So ungefähr lässt sich die Situation ganz kurz zusammenfassen. Und etwas ausführlicher:

Lyon lässt Müller nicht ziehen, weil es für den Cupfinal eine prominente Ersatzbank will.

Müller will nicht einfach abhauen, obwohl sein Vertrag Ende Saison (also schon ziemlich bald) ausläuft und keine Verlängerung in Sicht ist.

Und dem Verband sind die Hände gebunden, zumal für juristische Ränkelspiele auch keine Zeit bleibt. Ist Müller also morgen Abend nicht im Training, dann ist er auch nicht an der EURO. So weit lehnen wir uns zum Fenster hinaus, auch auf die Gefahr, dass wir bei den aktuellen meteorologischen Bedingungen ordentlich "verschifft" werden.

Aus dem garstigen Titschino
rinarsson.ch

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