Müller ist da

Es donergrollte und blitzte heute gewaltig im Tessin: Der ruhige, brave Patrick Müller hat sich von Lyon abgesetzt und dem Schweizer Nationalteam angeschlossen. Am Morgen reiste er statt mit seinem Verein nach Paris mit dem Flugzeug nach Mailand und von dort weiter nach Lugano.

Am Abend trainierte Müller erstmals mit der Nati, beobachtet auch von Hanspeter Latour. Der GC-Trainer ist im Auftrag von Radio DRS unterwegs und traf GC-Verwaltungsrat Claudio Sulser, der ja im Tessin wohnt. Wie üblich war nur die erste Viertelstunde öffentlich; also grosso modo das Warmlaufen. Benjamin Huggel jublierte, dass er als bisher einziger im Quiz der Mittelland Zeitung acht von acht richtig hatte. Acht von acht rief er jubelnd Richtung Journalisten.

Aber DAS Thema war natürlich Müllers Ankunft. Doch so verbrecherisch er quasi aus Lyon abgesetzt hatte, so bescheiden war letztlich seine Reise. Zwar nicht gerade mit dem Zug, aber auch nicht mit dem Privatjet, der ihm der Verband zur Verfügung gestellt hätte: "Ich bin ja kein Rockstar." Empfangen wurde er er vor dem Hotel jedoch von mindestens einem Dutzend Fotografen emfpangen. Auch einige TV-Journalisten hatten auf den Verteidiger gewartet; Antworten erhielten sie von ihm aber keine. Die gab es später in Form eines Mails:

"Ich freue mich, wieder bei meinen Kollegen zu sein und werde mein Bestes geben, um der Mannschaft wertvolle Dienste zu erweisen. Ich bin heute (Freitag) aus Lyon angereist, um meine Chance, an einer EURO im eigenen Land teilzunehmen, wahrnehmen zu können. Eine EURO im eigenen Land ist etwas Einmaliges und deshalb habe ich mich entschieden, nach Lugano zu kommen. Ich habe heute Vormittag den Präsidenten und den Trainer von Olympique Lyonnais informiert, dass ich zur Schweizer Nationalmannschaft gehen werde."

Und für alle, die sich um juristische Belange sorgen: Kein Problem! Lyon kann zwar vors Arbeitsgericht treten (Schlichtungskammer heisst das bei unserem westlichen Nachbarn) und allenfalls eine Busse einfordern. Eine Sperre kann Lyon aber nicht erwirken, wie man aus FIFA-Kreisen vernehmen konnte. Müller ist zwar jetzt ein bisschen ein Verbrecher, aber ein guter! Und wir sind ja in diesem Fall sicher nicht ein fieser Kommissar...

Gruss aus dem vergewitterten Tessin
rinarsson.ch

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